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Ein gutes Blatt reicht eben nicht! -Jedenfalls nicht bei uns-


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von FloJoe am 13 Dec. 2011 18:19

Bevor der eigentliche Bericht zur 5. Runde der Oberligasaison 2011/2012 kommt ein kurzer Exkurs zum Thema Schach in der Öffentlichkeit.
Es ist wirklich sehr interessant wie die „Nicht-Schachspieler“ sich vorstellen, wie das königliche Spiel funktioniere. Als 2008 Prinz Poldi das Statement „Fußball ist wie Schach ohne Würfel“ postulierte, dachte ich, dass es doch nur ein Fauxpas gewesen sein konnte. Jedoch wurde auch am letzten Samstagabend die Unwissenheit der Spezies „Nicht-Schachspieler“ wieder offenbart. Als man uns in einer bekannten Kneipe in Sangerhausen erst als Schachspieler identifizierte, jedoch bei der Verabschiedung, für das morgige Punktspiel ein gutes Blatt wünschte.
Es blieb natürlich abzuwarten, ob solche Glücksversprechen auch beim Schach helfen.
An dem darauffolgenden Sonntag empfingen wir, dann die Schachfreunde aus Coswig in Wallhausen. Uns war schon vorher klar, dass eine Wiederholung des letztjährigen 6,5-Sieges schwer realisierbar ist, nachdem die Sachsen ihr Spielerkontingent für diese Saison aufstocken konnten. Nichtsdestotrotz rechneten wir uns realistische Chancen aus.
Als Erster konnte Sünder an Brett 7 mit Schwarz ein Remis beisteuern, nachdem er den weißen Anzugsvorteil neutralisierte.
Auf den anderen Bretten sah es zu diesem Zeitpunkt gar nicht so schlecht aus. Ulf an 8. und Hille an 2. mit remislichen Positionen und an den anderen Brettern teils sehr unklare Stellungen, die mir jedoch insgesamt ein positives Gefühl vermittelten. Nah an der Zeitnot lief dann jedoch alles recht schnell. Ulf verlor leider seine Stellung und auch Coach musste wegen schlechter Entwicklung die Segel streichen. Bei Georg an 6 sprang in einer sehr typischen „Georg-Stellung“ ein halber Zähler heraus. Hille an 2 wollte unbedingt den vollen Punkt, attackierte wagemutig mit seinem h-Bauern, jedoch stellte es sich in der Stellung als nicht richtiges Mittel dar. Kurze Zeit später dann der taktische Überseher und vorbei war es.
Nach meiner überstandenen Zeitnot musste ich dann feststellen, dass wir 4:1 schon hinten lagen. Die noch übrigen Bretter machten mir allerdings noch Mut. Stratov an 1. konnte nachdem er sich aus der Eröffnung gemogelt hat in einem gewonnen Endspiel mit 2 Mehrbauern wieder finden. Dustin an 3. hatte nach der Eröffnung eine angenehme Stellung mit Schwarz und ich konnte nach Schummeleien im Mittelspiel ein für mich besseres Endspiel behaupten.
Allerdings schnitzte Dustin noch ein paar Ungenauigkeiten in den letzten Zügen vor den 40. Zug in seine Partie herein, die leider einen vollen Punkt unmöglich machten. Mein entstandenes Endspiel mit Materialkonstellation Dame + 5 Bauern gegen Turm und Läufer + 4 Bauern (jedoch zwei recht weit vorne) musste dann durch Dauerschachs meinerseits Remis gegeben werden. Da muss die Computeranalyse zeigen, ob man dies noch gewinnen kann.
Dustin konnte mit fortschreitender Zeit seine Stellung nicht mehr halten und musste sich geschlagen geben. Stratov an 1 konnte seinen Vorteil immer weiter verdichten und befand sich in einem gewonnen Damenendspiel, welches er auch gewann.
Somit mussten wir leider die 2 MP an die Coswiger abtreten und müssen hoffen in der Doppelrunde Mitte Januar gegen Löberitz und VFB Leipzig wieder zu punkten.


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  • Ein gutes Blatt reicht eben nicht! -Jedenfalls nicht bei uns- (FloJoe | 13 Dec. 2011 18:19)




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